Von Norbert Neubaum

Das nennt man wohl eine steile Karriere: Auf Schalke begann er als Trainer der U11/U12-Junioren, mittlerweile ist er beim heutigen Champions-League-Gegner der Königsblauen einer der Lok-Führer: Erik Stoffelshaus macht das „Ehemaligen-Treffen“ um die Ex-Schalker Benedikt Höwedes und Jefferson Farfan komplett.

Seit Januar 2017 ist der 47-jährige gebürtige Mülheimer Sportdirektor bei Lokomotive Moskau, und in dieser Funktion hat er Höwedes und Farfan nach Russland gelockt – schließlich waren ihm die beiden Fußballer noch bestens aus seiner Schalker Zeit bekannt

Stück für Stück, ganz unaufgeregt und fast unbemerkt, ist Stoffelshaus die Karriere-Leiter immer eine Stufe nach oben geklettert. Nach seiner Zeit als Jugendtrainer wechselte er im Jahr 2000 ins Schalker Management, wo er zunächst Assistent von Jugend-Manager Bodo Menze war, später wurde Stoffelshaus die „rechte Hand“ vom damaligen Manager Andreas Müller. Eine aufregende Zeit: 2007 stand Schalke in dieser Konstellation mit Trainer Mirko Slomka kurz vor der Meisterschaft, wurde dann nur „Vize“, es wurden Spieler wie Ivan Rakitic und Jefferson Farfan verpflichtet – Stoffelshaus blieb dabei stets im Hintergrund, nahm aber von all seinen Stationen etwas mit und hörte gut zu. Auch als Felix Magath zu ihm sprach: Der kündigte Stoffelshaus, weil er lieber mit seinem eigenen Manager-Team arbeiten wollte.

Dieser für ihn zunächst mal unerfreuliche Vorfall markiert 2009 aber einen Wendepunkt in der Manager-Laufbahn von Erik Stoffelshaus: Er erfüllt sich nun seinen Traum von einem Engagement im Ausland, landet nach mehreren Bewerbungen als Technischer Direktor zunächst in Kanada beim West Ottawa Soccer Club und wird dann Technischer Direktor des Fußballverbandes der Region York in Toronto.

Stoffelshaus leistet gute Arbeit – das spricht sich herum. Durch die Schalker Kooperation mit Zenit St. Petersburg ist sein Name in Russland nicht unbekannt – Ilya Gerkus, Präsident von Lokomotive Moskau, war vorher Finanzchef bei Zenit St. Petersburg, und macht Stoffelshaus das Angebot, die Nachwuchs-Akademie von Lok zu leiten. Als Stoffelshaus sein Konzept vorstellt und dabei auch die Profi-Abteilung „streift“, geht es direkt wieder eine Stufe rauf und er wird gefragt, ob er sich auch den Job des Sportdirektors vorstellen könne.

Kann er. Erik Stoffelshaus sagt zu, wird mit Lok. Moskau Meister und spielt nun in der Champions League gegen Schalke: „Ein absolutes Wunschlos. Ich hatte ja elf super Jahre auf Schalke.“

Wo für ihn die steile Karriere begann.

Foto: NBM

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