Zwei Weltmeister ohne Einsatzzeiten - Teil 3 der Schalker WM-Geschichte

Von Frank Leszinski

Im dritten Teil unserer Geschichte über die deutschen Schalker WM-Teilnehmer (hier geht es zu Teil 1 und Teil 2) geht es um die Jahre 1966 bis 1990. Bei der WM 1966 in England fand kein Schalker Spieler Berücksichtigung für den Kader. Proteste von Seiten der Königsblauen blieben aus, weil die Mannschaft im Jahr 1965 nur den Klassenerhalt geschafft hatte, weil die Bundesliga von 16 auf 18 Vereine aufgestockt worden war. Schalke befand sich damals im Neuaufbau, denn viele Stammkräfte hatten den Verein verlassen.

Dass sich Deutschland vier Jahre später überhaupt für die WM in Mexiko qualifizierte, hatte es wesentlich zwei Schalker Spielern zu verdanken, die dann auch von Bundestrainer Helmut Schön nominiert wurden, nämlich Klaus Fichtel und Reinhard („Stan“) Libuda. Denn beim entscheidenden WM-Qualifikationsspiel im Oktober 1969 in Hamburg gegen Schottland erzielte Fichtel das 1:1, während Libuda nach einem unnachahmlichen Alleingang der 3:2-Siegtreffer gelang. In Mexiko bestritt Fichtel die fünf WM-Spiele, darunter das dramatische 3:2 nach Verlängerung gegen England.

Auch Libuda kam in Mexico auf fünf WM-Einsätze. Während er gegen Bulgarien das „Spiel seines Lebens“ machte, fehlte ihm und der gesamten Elf im sogenannten Jahrhundert-Spiel im Halbfinale gegen Italien (3:4 n.V.) das nötige Glück.

Vier Jahre später war Deutschland mit zwei Schalkern im Kader auf dem sportlichen Gipfel: Weltmeister im eigenen Land! Allerdings kamen Torhüter Norbert Nigbur und Verteidiger Helmut Kremers während des Turniers keine Minute zum Einsatz.

1978 in Argentinien gehörten Rüdiger Abramczik, Klaus Fischer und Rolf Rüssmann zum deutschen Aufgebot, das jedoch restlos enttäuschte. Die „Schmach von Cordoba“, die 2:3-Niederlage gegen Österreich, besiegelte das frühe deutsche WM-Aus.

Vier Jahre später in Spanien wurde Deutschland Vize-Weltmeister ohne einen Schalker Spieler. Was keine Überraschung war, denn die Königsblauen waren 1981 erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in die 2. Liga abgestiegen.

1986 in Mexiko war Olaf Thon zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei und einziger Schalker Spieler, der nominiert worden war. Er blieb jedoch beim Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft ohne Einsatz. 1990 wurde Thon dann mit Deutschland Weltmeister, aber zu diesem Zeitpunkt spielte er schon für den FC Bayern München, so dass der dritte deutsche WM-Titel ohne Schalker Beteiligung stattfand.

Foto: NBM

« Vorherige Seite

Kommentare

Um Kommentare zu schreiben, bitte einloggen oder bei www.buer-total.de anmelden.