André Pollmächer zieht Bilanz

Von Frank Leszinski

Als Anfang November 2016 publik wurde, dass André Pollmächer hauptamtlicher Trainer in der Leichtathletik-Abteilung des FC Schalke 04 wird, war die Überraschung selbst bei Insidern groß. Denn mit Schalke 04 wird von den meisten Menschen einzig und allein nur eine Sportart verbunden: Fußball.

Dabei hat die Leichtathletik-Abteilung der Königsblauen durchaus auch schon für Schlagzeilen gesorgt. Vier Olympia-Teilnehmer holten sich auf Schalke das Rüstzeug für ihre großen Erfolge: die mehrfache Deutsche Sprint-Meisterin Erika Pollmann (1964/65), die Deutsche Kugelstoß-Meisterin Gertrud Schäfer (1966), der Zehnkampf-Olympia-Zweite Frank Busemann (1996) und 200-Meter-Junioren-Europameister Sebastian Ernst (2003). Einst galt die Leichtathletik-Abteilung des FC Schalke 04 als eine der größten Talentschmieden in Nordrhein-Westfalen.

Genau dahin soll es unter Anleitung von Pollmächer wieder gehen. Und nach knapp einem Jahr als verantwortlicher Trainer, hauptsächlich für den Laufbereich, zieht der 34-Jährige eine positive Bilanz. „Es war ein goldrichtiger Schritt zum FC Schalke 04 zu wechseln. Schalke ist ein sehr großer Verein, in dem das Arbeiten Spaß macht und der sehr viele Möglichkeiten bietet,“ betonte Pollmächer.

Woran macht er sein erstes positives Zwischenfazit fest? „Wir haben uns im leistungssportlichen Bereich stark verbessert, ohne dabei den Breitensport zu vernachlässigen. Die Mitgliederzahlen haben sich positiv entwickelt und mit Timo Krampen wurde ein zweiter hauptamtlicher Trainer eingestellt, um die Rahmenbedingungen für die Athleten weiter zu verbessern“, berichtet der 10 000-Meter-Europacup-Sieger von 2007.

Dass der Hauptverein sich vor einiger Zeit dazu entschlossen hat, seine Abteilungen zu stärken und mehr Professionalität durch hauptamtliche Mitarbeiter zu schaffen, davon profitieren nicht zuletzt die Leichtathleten. Die Unterstützung des Hauptvereins sei so, wie man es sich als Abteilungsleiterin wünsche, sagt Simone Rochel.

Die Tochter von Schalkes Kicker-Legende Willi Koslowski, seit 16 Jahren Trainerin im Verein, war früher als Athletin selbst sehr schnell unterwegs. Ihr größter Erfolg war Bronze mit der 4x400-Meter-Staffel bei den Deutschen Meisterschaften 1986.

Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Nachwuchsförderung. Die sogenannte Talentschmiede ist ein Förderprojekt der Schalker Leichtathletik-Abteilung, das besonders talentierte Athletinnen und Athleten speziell unterstützen und optimale Rahmenbedingungen schaffen soll. Dazu gehört auch eine optimale medizinische Betreuung. Erstmals in der Geschichte der Abteilung gibt es mit Lara Jaeth auch eine Physiotherapeutin, die den Leichtathleten zur Verfügung steht.

Pollmächer kümmert sich primär um rund 20 Athleten, die meisten kommen aus Düsseldorf, wo er sie montags, donnerstags und freitags trainieren. Die restlichen Tage ist der Sachse in Gelsenkirchen, wo er in der Veltins-Arena ein eigenes Büro hat. Der A-Lizenzinhaber absolviert zurzeit auch noch ein berufsbegleitendes Studium an der Trainerakademie in Köln, das er im September 2018 als Diplomsportlehrer abschließen will.

Mit Lea Kruse gelang es Pollmächer in diesem Jahr sofort, eine sehr talentierten Athletinnen zur Deutschen U 16-Meisterin über 1500 m zu machen. Inzwischen ist der Trainer in seiner neuen Umgebung auch längst zum Fußball-Fan mutiert ist. „Früher stand ich Fußball eher skeptisch gegenüber. Aber hier habe ich gelernt, dass die Zusammenarbeit mit Schalke einem Türe und Tore öffnet“, erläutert Pollmächer, der mittlerweile sogar Besitzer von zwei Fan-Schals der Königsblauen ist.

Seine eigenen läuferischen Aktivitäten hat er zwar nicht eingestellt, „aber was ich mache, ist mit früheren Zeiten nicht mehr zu vergleichen, sagt André Pollmächer und schiebt mit einem Lächeln hinterher: „Da freut sich mein Körper.“

Foto: Schalke 04

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