Arkansas statt Gelsenkirchen

Von Matthias Heselmann

Nadine Bentz hat gerade ein Jahr USA hinter sich, und sie hat einen guten Rat für alle Schülerinnen und Schüler, die ein bisschen jünger sind als sie: „Macht das bloß auch“, sagt sie. Hinter ihr liegen zehn Monate an Erfahrung, die sie auf keinen Fall vermissen will.

Nadine Bentz, 17 Jahre alt, hatte sich beim Parlamentarischen Patenschafts-Programm um ein Stipendium für ein Austauschjahr in Amerika beworben. Dabei übernehmen Bundestagsabgeordnete die Patenschaft für einen Jugendlichen – in Nadines Fall war das der Gelsenkirchener MdB Markus Töns. Der musste aus drei Bewerberinnen und Bewerbern eine beziehungsweise einen auswählen. „Es war eine schwierige Wahl, aber bei Nadine war ich überzeugt davon, dass sie stabil und stark genug war, das Jahr zu schaffen.“

Töns sollte mit seiner Einschätzung Recht behalten. Von August 2018 bis Juni 2019 tauschte Nadine Bentz ihre Gelsenkirchener Familie gegen ihre Gastfamilie in Charleston im US-Bundesstaat Arkansas ein. „Ich wurde ganz herzlich aufgenommen“, schwärmt sie heute von ihren Gasteltern. So war Heimweh während des gesamten Schuljahres nie ein Thema – nicht einmal an Weihnachten. „Es war ungewohnt, Weihnachten erst am Morgen des 25. Dezember statt an Heiligabend zu feiern“, erzählt sie, „aber es war auch eine interessante Erfahrung.“

Charleston ist eine Kleinstadt mit lediglich 2.500 Einwohnern im ländlich geprägten Bundesstaat Arkansas – weit weg von Glitzermetropolen wie New York oder Los Angeles. Nadine hat das gut gefallen – so konnte sie, nach einiger Anlaufzeit, Freundschaften zu einheimischen Schülern schließen. Das gelang auch über den Sport, der bekanntlich an US-Schulen einen größeren Stellenwert hat: Nadine schloss sich dem Volleyballteam an, zwei Stunden pro Tag wurde trainiert.

„Ich hatte eigentlich kaum Freizeit“, sagt sie, und das ist durchaus positiv gemeint. Am Wochenende unternahm sie viele Ausflüge mit ihrer Gastfamilie, ging wandern oder Kanu fahren. Insgesamt habe ihr das Jahr persönlich sehr viel gebracht. „Ich denke, ich bin in der Zeit ein bisschen selbstständiger, ein bisschen selbstbewusster geworden“, bilanziert sie. Mit ihren Freunden in Arkansas will sie auch weiterhin Kontakt halten – und sie vielleicht im nächsten oder übernächsten Jahr wieder besuchen.

Infos zum Parlamentarischen Patenschafts-Programm gibt es hier: www.bundestag.de/ppp

Foto: Heselmann

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