Austausch und Miteinander

Necmiye Öztürk, Monika Sommer-Kensche und die Ehrenamtler der U 25 Online-Suizid-Prävention erhalten in diesem Jahr den von der Sparkasse gestifteten Gelsenkirchener Ehrenamtspreis. Er ist dotiert mit insgesamt 6000 Euro und steht unter dem Motto „Vorausschauend engagiert: real, digital, kommunal!“

In vorbildlicher Weise setzen sich alle Preisträger für das Zusammenleben in Gelsenkirchen ein und eröffnen anderen Menschen Möglichkeiten zur realen, aber auch digitalen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Sie vernetzen Menschen, Projekte, Kommunen – und befruchten den Austausch und das Miteinander. Kurz: Ehrenamtlich engagierte Menschen machen ihre Region fit für morgen.

Oberbürgermeister Frank Baranowski, Karina Wrona, die Vorsitzende der Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen, sowie Bernhard Lukas, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Gelsenkirchen, lobten das Engagement und überreichten im Hans-Sachs-Haus Urkunden und Skulpturen an die Preisträger.

Wie ein roter Faden zieht sich das Engagement für Menschen mit Migrationshintergrund durch das Leben von Necmiye Öztürk. Dabei gilt ihr Augenmerk vor allem Mädchen und Frauen, um ihnen eine Schulbildung oder ein Studium zu ermöglichen. Necmiye Öztürk weiß, was es heißt, ohne Sprachkenntnisse und vorzeigbare Bildungsabschlüsse in einem fremden Land zu starten.


Sie selbst kam 1981 als Halbwaise unter diesen Voraussetzungen nach Deutschland, um hier zu heiraten. Umso beachtenswerter ist ihr Einsatz für dieBildungschancen Benachteiligter. Als Mitbegründerin des Türkisch-Deutschen-Hilfsvereins e. V. öffnet sie ihnen Türen. Denn dank der Vernetzung des in Schalke ansässigen Vereins ist es möglich, Menschen zu unterstützen, wenn sie in Not sind und Hilfe benötigen. Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement ermöglicht Monika Sommer-Kensche älteren Menschen die Teilhabe an der „digitalen Welt“. 2014 übernahm sie im Rahmen der ZWAR-Gruppen des Generationennetzwerkes Gelsenkirchen e. V. die Projektleitung.
In dieser Funktion koordiniert sie unter anderem die Arbeit ehrenamtlicher Technikbotschafterinnen und -botschafter in Gelsenkirchen. Unter dem Motto „Alt hilft Alt“ erklären diese Gleichaltrigen den Gebrauch von Technik und Internet und unterstützen sie bei der Einrichtung und Nutzung von Geräten.

Monika Sommer-Kensche leistet bis zu 40 Wochenstunden für diese gute Sache. Dankbar sind ihr vor allem Menschen, die an die Wohnung gebunden sind. Die Technik gibt ihnen neue Möglichkeiten, in Kontakt mit der Umwelt und den Mitmenschen zu bleiben. Jugend, das ist die Blüte des Lebens – aber auch die Zeit der ersten Krisen. Oft wird die Not von jungen Menschen übersehen, weil viele nicht wissen, dass auch in jungen Jahren der Wunsch nach dem eigenen Tod aufkommen kann. Zum Glück gibt es in Gelsenkirchen ein Hilfsangebot für Jugendliche mit Suizidgedanken. Anonym und kostenlos können sie sich an die Ehrenamtlichen von U25 Gelsenkirchen-Online-Suizid-Prävention wenden. Diese jungen „Peer-Berater“ sind selbst erst zwischen 16 und 25 Jahren alt. Umso höher ist ihr Einsatz für Altersgenossen in schwierigen Lebenslagen zu bewerten. Noch kommunizieren die Peer-Berater ausschließlich per „Help-Mail“ mit den Hilfesuchenden. Aber es ist eine Erweiterung des Kommunikationsangebotes geplant: Per Chat wird zukünftig eine noch direktere Interaktion möglich sein.

Foto: Sparkasse

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