Bewegung in der Bäder-Debatte

Von Matthias Heselmann

Wer in diesen Tagen mit offenen Augen durch die Stadt geht, wird die Plakate der CDU vielleicht schon gesehen haben: „4+2“ steht darauf, und mitnichten geht es um eine Rechenaufgabe. Vielmehr machen die Gelsenkirchener Christdemokraten damit ihren Standpunkt in der Debatte um die Zukunft der Bäderlandschaft klar.

4+2 – das bedeutet: Die Schwimmbadstandorte Hallenbad Buer, Hallenbad Horst, Sport-Paradies und Zentralbad bleiben erhalten – genauso wie das Jahn-Freibad in Heßler und das Freibad im Revierpark Nienhausen. Mit dieser Forderung liegt die CDU weitestgehend auf einer Linie mit der der Grünen, die sich auch für den Erhalt von vier Bädern aussprechen.
Einen anderen Vorschlag hatte die SPD in die Diskussion eingebracht: Er sieht vor, das Zentralbad und das Sportparadies abzureißen, stattdessen soll ein neues Hallenbad gebaut werden – die Bäder in Buer und Horst blieben demnach allerdings erhalten: Eine „Dreierlösung“ also.

In der Sitzung des Hauptausschusses in der vergangenen Woche präsentierte die Stadtverwaltung ein Gutachten der Deutsche Sportstättenbetriebs- und Planungs-GmbH, das knapp zwei Jahre zuvor in Auftrag gegeben wurde. Gutachter Christian Kuhn stellte zwei Varianten vor. Möglichkeit A sieht vor, das Bad in Horst sowie das Zentralbad und das Sport-Paradies zu schließen, stattdessen solle ein großes, zentrales Hallenbad entstehen, entweder auf dem Berger Feld oder im Revierpark Nienhausen. Variante B wäre ein kleineres zentrales Bad (entweder in auf dem Berger Feld oder in Nienhausen) mit einer 25-Meter Bahn sowie ein Schul- und Vereinsbad auf dem Gelände der ehemaligen Polizeiinspektion Süd neben dem heutigen Zentralbad.

Bindend ist dieses Gutachten nicht: Es soll lediglich als Machbarkeitsstudie beziehungsweise als Diskussionsgrundlage dienen. Nachdem die Fronten in der Bäderdebatte allerdings zuletzt verhärtet waren, deutete sich Ende vergangener Woche an, dass ein Aufeinanderzugehen der Parteien möglich ist. OB Frank Baranowski (SPD) sagte nach der Hauptausschuss-Sitzung, dass er „große Sympathie für die Zahl sechs“ empfinde – das ginge in Richtung des „4+2“-Vorschlages der CDU.

Auch die Grünen zeigten sich am Dienstag vorsichtig optimistisch hinsichtlich einer Einigung. Fraktionsvorsitzender Peter Tertocha und sein Stellvertreter Burkhard Wüllscheidt sehen Anzeichen dafür, dass die SPD ihr Vorhaben, mindestens einen Standort zu schließen, aufgegeben habe. „Damit wäre ein wichtiges Etappenziel erreicht“, so Tertocha. Wenn über die Anzahl der Standort Einigkeit herrsche, könne man „ergebnisoffen“ darüber diskutieren, wie die Zukunft der einzelnen Standort dann im Detail aussehe, so der Lokalpolitiker weiter.

Tertocha und Wüllscheidt machten noch einmal den Standpunkt der Grünen deutlich: „Wir gehen von öffentlichen Bädern an den Standorten Buer, Horst und Mitte aus“, so die beiden Grünen. Auch das Sport-Paradies solle erhalten bleiben – ob als Neubau oder nach einer Sanierung, das sei noch zu klären. Einen zentralen Bäderstandort im Revierpark lehnen die Grünen ab. Kurz: Ein Konzept müsse so aussehen, dass sowohl das Zentralbad als auch das Sportparadies erhalten bleibe. Alle Lösungen müssten während der Sanierungs- oder Neubauzeiten den Weiterbetrieb des aktuellen Angebotes möglichst weitgehend ermöglichen.

„Hier sehen wir Chancen auf eine breite Mehrheit“, sagt Burkhard Wüllscheidt. Deshalb haben die Grünen sowohl Vertreter von SPD und CDU für kommende Woche zu einem Gespräch eingeladen.

Foto: Heselmann

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