"Das Ergebnis ist erschütternd"

Nur fünf Prozent der Grundschüler tragen reflektierende Warnwesten auf dem Schulweg

von René Preuss

Gelsenkirchen. Mit großer Enttäuschung haben die Ordnungspartner „ Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr“ das Ergebnis der aktuellen Zählung, wie viele Grundschulkinder in Gelsenkirchen auf dem Schulweg reflektierende Warnwesten oder -überwürfe tragen, zur Kenntnis genommen.
Noch alarmierender ist dabei der starke Rückgang der Tragequote. Bei der ersten Zählaktion im November 2012 waren auf dem morgendlichen Schulweg immerhin noch rund 16 Prozent der Kinder mit einer Warnweste unterwegs. Jetzt sind es mit nur noch rund fünf Prozent deutlich weniger.

„Die Ergebnisse zeigen, dass das wichtige Thema Schulwegsicherheit durch einfache Warnwesten noch nicht ausreichend bei den Verantwortlichen angekommen ist“, fasst Reinhard Michels, Koordinator dieser Aktion, zusammen. „Das Ergebnis ist erschütternd“, bewertet Helmut Barek, Vorsitzender der Verkehrswacht Gelsenkirchen, das Resultat.
Die Ordnungspartner – ein Zusammenschluss unter anderem der Stadtverwaltung, der Verkehrswacht, der Bogestra und der Polizei GE – hatten, wie bereits im Jahre 2012, im „dunklen Monat“ November morgens an allen 39 Grundschulen der Stadt Gelsenkirchen jeweils 30 Minuten lang bis Schulanfang beobachtet und gezählt, wie viele Kinder die inzwischen an allen Schulen kostenlos erhältlichen Warnwesten tragen.
Im vergangenen Jahr wurden an die drei Schulen, die am besten abgeschnitten hatten, Preise vergeben. Die Hoffnung, damit Kinder, Eltern und Lehrer sensibilisiert zu haben, erfüllte sich offensichtlich nicht. Vielmehr ging die Zahl der getragenen Westen von ca. 1300 auf unter 500 deutlich zurück.

Die festgestellten Quoten an den einzelnen Schulen im Stadtgebiet sind dabei sehr unterschiedlich. An einer Schule im Gelsenkirchener Süden trug trotz der flächendeckend kostenlosen Versorgung mit den lebensrettenden Westen bei beiden Sichtkontrollen nicht ein einziges Kind eine Weste. Positiv fiel erneut die Bülseschule in Scholven auf. Dort trugen rund 25 % der Kinder eine Weste.
Bereits 2012 hatte diese Schule die höchste Tragequote.
„Das ist nicht nur enttäuschend, sondern dokumentiert, dass die Wichtigkeit der Sichtbarkeit im Dunkeln offensichtlich unterschätzt wird“, sind sich die Ordnungspartner einig, „dabei können Warnwesten schlimmste Unfälle verhindern. Nur auf Kinder, die zu sehen sind, kann ein Fahrzeugführer Rücksicht nehmen und bremsbereit sein. Eltern und auch Schulen müssen doch ein Interesse daran haben, dass alles dafür getan wird, dass Schulkinder heil an der Schule und anschließend auch wieder zuhause ankommen.“
Dabei zeigt ein Blick auf die aktuellen Unfallzahlen, wie wichtig Schulwegsicherheit ist.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Unfälle, an denen Kinder beteiligt waren, deutlich angestiegen. Die Ordnungspartner wollen sich in ihrem Engagement aber nicht entmutigen lassen und nochmals direkt auf die Schulen zugehen, insbesondere auf die, an denen wenige Westen gezählt wurden.

INFO Die Ordnungspartnerschaft ist ein Zusammenschluss unter anderem der Stadtverwaltung, der Verkehrswacht, der Bogestra und der Polizei GE. Unterstützt wird sie von vielen Kooperationspartnern, wie zum Beispiel der Stadtbäckerei Gatenbröcker, dem Radmarkt Meinhövel und der Anwaltskanzlei Kempgens. Die Ordnungspartner setzen sich seit Jahren mit gezielten Aktionen für mehr Sicherheit auf den Straßen Gelsenkirchens ein.

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