Gelsenkirchen als digitale Modellregion

Von Boris Spernol

Am Freitagmittag hat der Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW offiziell mitgeteilt, dass Gelsenkirchen digitale Modellkommune für den Regierungsbezirk Münster werden soll. Die Stadt sei nicht zuletzt deshalb ausgewählt worden, weil sie bereits erhebliche Vorarbeiten in der Digitalisierung geleistet und Kooperationsvereinbarungen mit wichtigen Akteuren getroffen habe.

„Nordrhein-Westfalen als europäisches Industrie- und Dienstleistungszentrum kann bei den digitalen Prozessen und Angeboten der Verwaltung besser werden“, sagte Pinkwart. Das gelte gleichermaßen für die digitalen Serviceangebote der Rathäuser und die großen Themen der Stadtentwicklung wie Bildung, Gesundheit, Mobilität und Wohnen. „Daher richten wir Modellregionen und -städte als ‚digitale Treiber‘ ein, um Schritt halten und anderen ein Beispiel geben zu können“, so Pinkwart.

Gelsenkirchen verstehe Digitalisierung als maßgeblichen Faktor und Antrieb für die weitere Stadtentwicklung, hieß es. Seit Jahren arbeite die Stadtverwaltung darum gemeinsam mit Partnern sehr intensiv auf diesem Handlungsfeld – an der technischen Infrastruktur, an konkreten Anwendungen, aber auch auf konzeptioneller Ebene. Vor allem die Glasfaserausstattung und das Konzept der „Vernetzten Stadt“ böten wertvolle Voraussetzungen für eine Modellkommune. Mehrere Partner aus Gesellschaft, Unternehmen, Wissenschaft, Verbänden und Entwicklern hätten sich auf den Weg gemacht, das Ziel einer vernetzten Stadt Realität werden zu lassen.

„Smart City will heute jede Stadt sein“, sagte Oberbürgermeister Frank Baranowski. „Wir wollen eine in jeder Hinsicht vernetzte Stadt sein, in der die Digitale Vernetzung in Diensten der ganz realen sozialen Vernetzung steht.“ Der „superschnelle Mobilfunkstandard 5 G“ werde hierbei „ein großer Schritt nach vorne sein und vollkommen neue Möglichkeiten für die Menschen“ in der Stadt bieten.

5G ist dabei elementarer Bestandteil der Strategie von „Gelsenkirchen – Die vernetzte Stadt“. Fachleute sehen in diesem Standard das Rückgrat der digitalen Vernetzung in der Zukunft. Gelsenkirchen bietet sich aus Sicht des Landes als Modellstadt an, weil hier bereits eine exzellente Glasfaser-Infrastruktur besteht, die weiter ausgebaut wird. Bereits heute sind alle Gewerbegebiete in Gelsenkirchen an Glasfaser angeschlossen. Davon profitieren nach Stadtangaben mehr als 800 Unternehmen. Auch im privaten Bereich seien mehr als 5000 Wohneinheiten angeschlossen. Bis 2021 sollen es über 50.000 Wohnungen sein. Im Stadtgebiet befinden sich mehr als 250 Hotspots für freies WiFi über Glasfaser. Und von den 240 Mobilfunk-Masten sind bereits 44 mit Glasfaser erschlossen.

Auch sind alle 86 Schulen an das schnelle Netz angeschlossen. Alle 123 Kindergärten sollen den Angaben zu folge in diesem Jahr folgen. Davon profitieren ca. 32.500 Schülerinnen und Schüler sowie ca. 12.000 Kindergartenkinder. Im Bereich der Gesundheitswirtschaft werden schnelle und zuverlässige Datenverbindungen immer wichtiger. Schneller Informationsfluss kann Leben retten. Sämtliche Gelsenkirchener Krankenhäuser sowie eine große Reha-Klinik sind mit dem schnellen Netz verbunden. Davon profitieren bis zu 80.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr.

„Das schnelle 5G-Netz wird für aktuelle und künftige Entwicklungen immer wichtiger. Eine erhöhte Nachfrage nach Breitband-Kapazitäten wird durch ständig steigende Gerätezahlen ausgelöst“, sagte Stadtsprecher Martin Schulmann. Neue Anwendungsfelder werden sich in den Bereichen Gesundheit (Älter werden), Verkehr, Bildung und Verwaltung entwickeln.

Archivfoto: Gerd Kaemper

« Vorherige Seite

Kommentare

Um Kommentare zu schreiben, bitte einloggen oder bei www.buer-total.de anmelden.