„Gelsenkirchen braucht mutige Projekte“

Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen kritisiert, dass alle Diskussionen um die Kurt-Schumacher-Straße vor dem Hintergrund der Feinstaub- und Stickoxid-Belastungen bislang „nur um kurzfristige Lösungen für die Schalker Meile zur Verhinderung möglicher Fahrverbote“ kreisen.

Burkhard Wüllscheidt, Fraktionsvorstand und Sprecher im Stadtentwicklungsausschuss, fordert darüber hinaus aber auch „eine nachhaltige städtebauliche Entwicklungsperspektive“ für die gesamte wichtigste Verkehrsachse Gelsenkirchens. „Diese ist als mittel- und langfristig angelegte Perspektive angedacht und geht weit über die Verringerung der Schadstoffbelastung an der Schalker Meile hinaus.“

Die „Grüne Vision“ zur Kurt-Schumacher-Straße sieht fünf Punkte vor – allem den Rückbau „zumindest zwischen Florastraße und Schalker Meile beziehungsweise Uferstraße“ von jetzt vier auf zwei Spuren. Die Berliner Brücke könne dann abgerissen und die Kurt-Schumacher-Straße in Schalke völlig neu belebt und „mit einem urbanen Zukunftsflair“ aufgewertet werden.

Außerdem solle die gesamte Strecke in diesem Bereich stärker begrünt werden durch zusätzliche Bäume, Fassadenbegrünungen, Entsiegelungen für Grünbereiche. Darüber hinaus sei ein „komfortabler und sicherer innerstädtischer Radschnellweg“ durch den Rückbau bis zur Uferstraße ermöglicht. Der Radschnellweg solle dort aber nicht enden, sondern führt über die ebenfalls ausgebauten vorhandenen Radwege an der Kurt-Schumacher-Straße bis nach Buer und führen.

„Gelsenkirchen braucht solche mutigen, in die Zukunft gerichtete Stadtentwicklungsprojekte“, sagt Wüllscheidt. Die Bündnisgrünen wollen mit dieser Vision nach eigenen Worten auch den Gedanken aus der Bürgerschaft aufgreifen, „eine repräsentative Schalker Meile zu etablieren und mit klima-ökologischen und verkehrspolitischen Aspekten zu verbinden. Positive Auswirkungen auf die Sozialstruktur im Quartier würden damit ebenfalls verbunden sein.“

Natürlich werde es viele Probleme zu lösen geben, um diese Vision schrittweise in die Wirklichkeit zu übertragen, so Wüllscheidt. In einem Werkstattverfahren sollten mit einem externen Planungsbüros nach Auffassung der Partei deshalb zunächst Planungsszenarien entwickelt werden. „Die Einstellung entsprechender Finanzmittel für die Einbindung externer Planungsbüros wird im weiteren Haushaltsverfahren dann die Nagelprobe werden, wie ernsthaft alle Fraktionen mit diesem mutigen Projekt umgehen wollen“, sagt Wüllscheidt.

„Gerade im Kontext der aktuellen Image-Debatte #401GE wäre es nicht nachvollziehbar, bereits den Versuch abzulehnen, solch ein stadtplanerisches und städtebauliches Aushängeschild zu entwickeln“, glaubt er.

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