Gute Bilanz für die Sparkasse

Bernhard Lukas, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, hatte allen Grund zur guten Laune – und das nicht nur wegen Karneval. Bei einem Thema hört der Spaß für ihn allerdings auf.

Es ist die immer noch andauernde Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank, die Lukas die an sich gute Laune etwas verdirbt. „Das ist eine Situation, die uns wirklich keinen Spaß macht“, so Lukas. Immerhin müsse sein Institut bei der Zentralbank „Negativzinsen“ dafür zahlen, dass es sein Geld dort „parke“. Lukas versicherte aber, dass die Sparkasse diese Kosten nicht weitergeben würde. „Privatkunden zahlen bei uns nach wie vor keine ‚Negativzinsen‘“, so Lukas.

Ansonsten zeigte man sich beim Sparkassenvorstand allerdings durchaus zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr. Auf solidem Kurs sei man durch ein schwieriges Bankenjahr gesteuert.

Mit einer Durchschnitts-Bilanzsumme von rund 3,2 Mrd. Euro hielt die Sparkasse ihre Position als größtes Kreditinstitut in Gelsenkirchen. Das Kreditvolumen stieg auf 1,9 Mrd. Euro (plus 2,4 Prozent). Bei den Einlagen gab es ein Wachstum von 2,5 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro im Bestand. Zuwächse verzeichnete die Sparkasse darüber hinaus im Wertpapiergeschäft.

„Diese positive Entwicklung ist letztlich auch das Ergebnis von 150 Jahren vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Gelsenkirchenern“, verkündete Bernhard Lukas, Vorsitzender des Vorstandes im Bilanz-Pressegespräch. Diese Vertrauensbasis sieht Lukas durch unabhängige Tests und Kundenumfragen bestätigt. Unter anderem erhielt die Sparkasse Gelsenkirchen 2018 zum dritten Mal in Folge die Auszeichnung „Beste Bank in Gelsenkirchen“. Auch zu den wertvollsten Unternehmen Deutschlands darf sie sich zählen – aufgrund ihrer nachhaltigen Unternehmenskultur. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der Magazine „Focus“ und „FocusMoney“.

Auch 2018 habe die Sparkasse zur wirtschaftlichen Entwicklung in Gelsenkirchen bei. „Das niedrige Zinsniveau hat erneut unser Kreditgeschäft belebt“, so Bernhard Lukas. Insgesamt sagte die Sparkasse im letzten Jahr Darlehen in Höhe von 324 Mio. Euro zu. Das bedeutete ein Plus von 29 Prozent oder 73 Mio. Euro gegenüber 2017. Den Löwenanteil daran trugen die mittelständischen Unternehmen (plus 37 Prozent oder 47 Mio. Euro). Sie nutzten die niedrigen Zinsen für Investitionen und Wachstumsfinanzierungen.

Für Sparer ist das niedrige Zinsniveau natürlich nicht so günstig. Rund 2,6 Mrd. Euro haben die Gelsenkirchener 2018 auf die hohe Kante gelegt. Das ist ein Plus von rund 2,5 Prozent (62 Mio. Euro) gegenüber dem Vorjahr. Dabei blieben kurzfristige Geldanlagen weiter im Fokus der Sparer. „Wer will es den Kunden verdenken bei der aktuellen Zinssituation“, so Stephanie Olbering. Sie betont aber auch: „Wer im Alter seinen Lebensstandard sichern will, kommt am Sparen nicht vorbei.“ Ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge sind aus ihrer Sicht auch Wertpapiere.

Das Thema „Digitalisierung“ bewegt auch die Sparkassenwelt. In diesem Zusammenhang verwies Vorstandsmitglied Michael Klotz auf wichtige Neuerungen im digitalen Angebot der Sparkasse im letzten Jahr: vom mobilen Bezahlen mit dem Android-Smartphone über die Echtzeitüberweisung in Sekundenschnelle bis zum institutsübergreifenden (bzw. multibankingfähigen) Online-Banking. Das ermöglicht Kunden sowohl ihre Sparkassenkonten als auch Konten bei anderen Banken online einzusehen.

Foto: Sparkasse

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