2020 endet bei Gelsensport eine Ära

Von Frank Leszinski

Ganz am Ende des Festakts zum 25-jährigen Bestehen von Gelsensport kam am Freitagabend dann doch so etwas wie Abschiedsstimmung auf. Denn der Gelsensport-Vorsitzende Jürgen Deimel beendete den Abend im Hans-Sachs-Haus vor 110 geladenen Gästen mit einer kurzen Rede, die in Teilen wie ein Vermächtnis klang.

Zuvor hatte der 75-Jährige in einer Talkrunde mit seinem Geschäftsführer und langjährigem sportpolitischen Weggefährten Dr. Günter Pruin erstmals öffentlich seinen Rückzug vom Amt des Gelsensport-Präsidenten verkündet. „Bei der Mitgliederversammlung am 20 Juni 2020 werde ich nicht mehr kandidieren. Diese Entscheidung wollte ich immer selbst bestimmen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen“, so Deimel.

Man mag zu dem leidenschaftlichen Schwimmer und passionierten Segler stehen wie man will, allein schon die Amtszeiten seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten nötigen auch seinen schärfsten Kritikern Respekt ab. Zehn Jahre war Deimel Vorsitzender der Gelsenkirchener Sportjugend, danach 35 Jahre Vorsitzender des Stadtsportbundes, der seit 1994 in Gelsensport unbenannt wurde, als das sogenannte „Gelsenkirchener Modell“ mit der Auflösung des Sportamtes vollzogen wurde. Künftig waren Sportorganisation und Sportverwaltung unter einem Dach.

Deimel betonte, dass ihm um die Zukunft von Gelsensport nicht bange ist, wenn die Zusammenarbeit mit der Stadt weiterhin auf Augenhöhe verlaufe und wenn die Mitarbeit mit den Vereinen so vertrauensvoll weitergehe. Außerdem warb der Gelsensport-Präsident, mutig auch unkonventionelle Wege zu bestreiten. Deimel zitierte deshalb ein Bonmot von Henry Ford: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist“.

Dennoch wird sein Rückzug für Gelsensport im Sommer 2020 eine Zäsur bedeuten, weil sich auch weitere Mitglieder der Führungscrew zurückziehen, wie zum Beispiel Heiner Telm (Vizepräsident Recht) und Geschäftsführer Günter Pruin. Letztgenannter allerdings erst im Dezember 2020.

Bis dahin wird Pruin seinen Nachfolger eingearbeitet haben. Das ist der 34-Jährige Sportwissenschaftler Marco Baron. „Ich trete in große Fußstapfen, dem bin ich mir bewusst“, sagte der gebürtige Gelsenkirchener, der aus einer fußballbegeisterten Familie stammt. Einer seiner Brüder, Richard Baron, spielte viele Jahre bei Schalke 04.

Foto: NBM (Archiv)

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