30.000 Euro für Heßler 06

Da freut sich der Kassenwart: Weil beim SV Heßler 06 in jungen Jahren ein Spieler aktiv war, der heute in der Zweiten Liga kickt, erhält der Fußballverein aus dem Gelsenkirchener Süden gut 30.000 Euro von der Deutschen Fußball Liga (DFL). DFL-Direktor Ansgar Schwenken kam persönlich vorbei und überreichte Heßlers Vorsitzendem Rainer Konietzka eine Urkunde als Anerkennung für vorbildliche Nachwuchsförderung.

Zu verdanken hat der Verein das seinem ehemaligen Spieler Oliver Steurer. Der 23-jährige gebürtige Gelsenkirchener, der bis 2008 für die Jugend von Heßler 06 kickte, ist seit diesem Jahr Fußballprofi: Am 24. Januar gab er sein Debüt für den 1. FC Heidenheim gegen Eintracht Braunschweig.

Bei Spielern bis zum Alter von 23 Jahren, die ihr Debüt als Profi in der Ersten oder Zweiten Bundesliga feiern, hatte die DFL auch bislang schon eine Prämie an den Ausbildungsverein gezahlt. Bis zur vergangenen Saison wurden nur die Vereine berücksichtigt, bei denen der Jungprofi in den fünf Jahren vor seinem ersten Profi-Einsatz unter Vertrag war. Weil aber inzwischen fast alle höherklassigen Vereine in Deutschland eine gute Nachwuchsabteilung haben, profitierten von dieser Regelung meist nur eben diese Vereine: Ein Spieler etwa, der bei Schalke sein Profidebüt gibt, hat in der Regel auch schon in den Jahren davor für eine Schalker Jugendmannschaft gespielt.

Um die vielen Amateurvereine zu belohnen, hat die DFL diese Regel jetzt geändert. Ab jetzt profitieren alle Vereine, bei denen ein Spieler seit seinem sechsten Lebensjahr aktiv war. Klubs, die in den Spielzeiten vom 6. bis 11. Geburtstag ausgebildet haben, erhalten 4.200 Euro pro Spielzeit, vom 12. bis maximal 21. Lebensjahr gibt es 5.400 Euro pro Saison. Weil Oliver Steurer vergleichsweise lange bei Heßler spielte – von 1999 bis 2008 – erhält Heßler jetzt die vergleichsweise hohe Summe von gut 30.000 Euro.

„Es ist uns ein großes Anliegen, den Nachwuchsbereich zu fördern“, sagt Ansgar Schwenken. „Die Bundesligaspieler von heute haben alle ihre ersten Schritte bei den kleinen Vereinen gemacht.“

Oliver Steurer ist nicht der erste Profi, der seinen Wurzeln bei Heßler 06 hat. Vor ihm hat schon der aktuelle Nationalspieler Ilkay Gündogan (Manchester City) seine ersten Fußball-Gehversuche im Jahnstadion unternommen, auch die Ex-Profis Norbert Nigbur und Klaus Beverungen waren einmal bei Heßler 06.

Die 30.000 Euro will der Verein in die Nachwuchsförderung stecken – so, wie es von der DFL vorgesehen ist. Vorsitzender Rainer Konietzka hat auch schon eine Idee, was er genau mit dem Geld machen will. „Ein Kunstrasenplatz wäre ein Traum“, sagt er, „heutzutage ist es einfacher, Kinder vom Fußball zu begeistern, wenn sie nicht auf Asche spielen müssen.“

Foto: Heselmann

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