Markthalle soll im Herbst ihre Türen öffnen

Von Matthias Heselmann

So manch ein Bueraner hatte die Hoffnung schon aufgegeben: „Das mit der Markthalle wird wohl nichts mehr“ – diesen Satz hörte man rund um Hochstraße und Marktplatz öfter. Doch der Pessimismus scheint unbegründet. Nach Jahren des Leerstands zieht schon bald neues Leben in die Markthalle ein. In der vergangenen Woche erteilte die Stadt Gelsenkirchen Investor Thomas Bernau die Baugenehmigung. Voraussichtlich im Herbst dieses Jahres kann die Wiedereröffnung der Markthalle gefeiert werden.

Wie wichtig der Stadt dieses Thema ist, war schon an der Besetzung des Pressegesprächs zu sehen, bei dem die Pläne für die Markthalle vorgestellt wurden. Neben Thomas Bernau nahmen Oberbürgermeister Frank Baranowski, Stadtbaurat Martin Harter und Stadtrat Dr. Christopher Schmitt, der oberste Wirtschaftsförderer in Gelsenkirchen, teil, außerdem noch Dr. Siegbert Panteleit von der Buerschen Managementgesellschaft.

Die wichtigste Frage: Wie wird die neue Markthalle aussehe? Das konnte Thomas Bernau erklären: Das Erdgeschoss wird zu zwei Dritteln vom Bio-Supermarkt „Denn‘s“ belegt, dazu gehört auch eine weitere Filiale des Bio-Bäckers „Back Bord“. Außerdem sollen noch zwei bis drei Gastronomiebetriebe im Erdgeschoss einziehen, und zwar auf der Seite hin, die zur Springestraße gelegen ist. Hier soll man im Sommer auch draußen sitzen können – was genau für Betriebe das sind, steht noch nicht fest.

Das Obergeschoss wird durch eine durchgehende Zwischendecke vom Erdgeschoss abgetrennt. Hier sollen zwei Gastronomiebetriebe einziehen: „the italian“, ein Café, dass es bereits in Recklinghausen gibt, und ein Wirtshaus. Auch hier sollen mit großen Außenterrassen Gäste angesprochen werden, die ihren Kaffee oder ihr Bier gern unter freiem Himmel trinken. „Insgesamt soll der Gastronomiemix Menschen von 16 bis Ü70 in die Markthalle locken“, erklärt Thomas Bernau.

Bernau bezeichnete das Gesamtpaket als „Ideallösung“, der Bio-Supermarkt stelle eine gute Ergänzung zum Wochenmarkt vor der Markthalle dar. Das Gastronomieangebot auf über 1400 Quadratmetern solle ein Ausrufezeichen sein. „Wir müssen in dieser Größe etwas präsentieren, das uns in einen gesunden Wettbewerb zu Städten im Umkreis bringt“, so Bernau selbstbewusst. „Buer muss wieder mehr Strahlkraft bekommen.“ Bernau investiert nach eigenen Angaben eine zweistellige Millionensumme in die Markthalle.

Doch auch der Markt in Buer soll aufgewertet werden. Bis zum Herbst wird ein neues Beleuchtungssystem installiert, das nicht nur unterschiedliche und angepasste Lichtstimmungen erzeugen kann, sondern auch gleichzeitig über Sensoren verfügt, die etwa die Auslastung der Parkplätze erfasst und dazu ein freies W-LAN zur Verfügung stellt. „So wird aus einem klassischen Markt ein ,Smart Market‘“, sagt Stadtbaurat Martin Harter. Gleichzeitig wird der Wochenmarkt auch den Robinienhof als zusätzlichen Platz bespielen. Hier soll künftig auch ein Gastronomieangebot zu finden sein.

2014 hatte Bernau die Markthalle gekauft: „Die Vielzahl von Problemen hätte zu Beginn keiner erahnen können“, rekapituliert er heute. So scheiterte beispielsweise die geplante Ansiedlung einer „TEDI“-Filiale daran, dass die Stadt den Bebauungsplan änderte, Bernau prüfte daraufhin eine Klage auf Schadensersatz.

Irgendwann schaltete sich OB Frank Baranowski ein, als die Verhandlungen zwischen Bernau und Verwaltung zu scheitern drohten – jetzt scheint die Kuh vom Eis, die Lösung ist gefunden. „Bauen im Bestand ist immer eine Herausforderung“, erklärt Thomas Bernau die langwierige Projektgenese. „Ich bin froh, dass wir eine gute und vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre gefunden haben, in der die Stadt und wir gemeinsam das Beste für Buer entwickeln konnten.“

Foto: Heselmann

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