Mit dem „Berufsnavigator“ in die Zukunft

Zur Orientierung im Straßenverkehr ist das „Navi“ heute Standard. Eine computergestützte Orientierungshilfe ganz anderer Art ist der Berufsnavigator.
Er wird in Schulen eingesetzt und hilft Schülerinnen und Schülern, ihre persönlichen Stärken zu entdecken und den passenden Berufsweg einzuschlagen. Denn bei mehr als 300 Ausbildungsberufen und einer Vielzahl von Studienangeboten ist eine Orientierungshilfe gefragt. Der Berufsnavigator weist den Schülerinnen und Schülern Wege, ihre eigenen Stärken zum Maßstab für die Berufswahl zu machen.
Rund 2200 Gelsenkirchener Jugendliche an 15 Schulen haben diese Orientierungshilfe bereits seit 2012 ausprobiert. Dank des Engagements der Sparkasse Gelsenkirchen, der Agentur für Arbeit und der Rotary Clubs Gelsenkirchen und Buer wird das Projekt im nächsten Schuljahr fortgeführt.
Im Verlauf des Projekts vergleichen die Schülerinnen und Schüler ihr Selbstbild mit Fremdeinschätzungen, lassen ihre Kompetenzen und Potenziale auf wissenschaftlicher Basis analysieren und ihre persönlichen Stärken mit Berufsprofilen abgleichen. Am Ende des Prozesses stehen konkrete Berufs- bzw. Berufsbereichsempfehlungen. Im Anschluss daran haben die Jugendlichen Gelegenheit, die Ergebnisse mit den Experten der Berufsberatung der Agentur für Arbeit zu besprechen und sich über konkrete Berufsbilder und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren.

Für Karl Tymister, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, ist der Berufsnavigator ein interessantes Instrument der Berufsfindung: „Mit diesem Instrument werden die Einschätzung der Mitschülerinnen und Mitschüler erfragt und konsequent die Stärken der Jugendlichen herausgearbeitet. Ziel ist es, die Sicherheit für junge Menschen zu erhöhen, eine Entscheidung zu ihrem weiteren Werdegang treffen zu können, die auch ihren Kompetenzen entspricht“, sagt Tymister. „Unsere Berufsberater können dann im Beratungsgespräch an die Ergebnisse und Empfehlungen anknüpfen.“ Der Berufsnavigator sei damit „eine hilfreiche Unterstützung auf dem Weg in die berufliche Zukunft“.
Auf gute Resonanz trifft das Projekt auch an den Schulen, wie Andreas Lisson, Leiter der Gerhart-Hauptmann-Realschule bestätigt: „Der Berufsnavigator ist ein interessantes Projekt, da die Schülerinnen und Schüler sich untereinander beurteilen“, sagt er. „Wenn die besten Freunde einem bescheinigen, dass man im Bereich Zuverlässigkeit oder Motivation noch viel Luft nach oben hast, dann hat das eine andere Aussagekraft, als wenn ich dies als Lehrer feststelle“, glaubt der Schulleiter.
„Wir freuen uns, dass im vergangenen Jahr immerhin 52 Schülerinnen und Schüler die Empfehlung für den Beruf der Bankkauffrau oder des Bankkaufmanns ausgesprochen bekamen“, sagt Bernhard Lukas, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkassen Gelsenkirchen, der sich auf viele motivierte Bewerberinnen und Bewerber freut.
Der Sparkassenverband ist exklusiver Partner dieses Projekts in Westfalen-Lippe und die Sparkasse Gelsenkirchen eine der ersten Sparkassen im Verbandsgebiet, die auf lokaler Ebene mitmachten. Sie übernimmt auch 2014 wieder die Hälfte der Kosten. Die andere Hälfte steuern die Agentur für Arbeit Gelsenkirchen und die Rotary Clubs Gelsenkirchen und Buer bei.

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