Mit der Straßenbahn zur Hochschule?

Wie wird sich der öffentliche Personennahverkehr in den kommenden Jahre in Gelsenkirchen entwickeln? Antworten auf diese Frage soll die Fortschreibung des Nahverkehrsplans geben, über den die Lokalpolitiker voraussichtlich im Herbst dieses Jahres entscheiden und der dann Anfang 2019 in Kraft treten soll.

Nach vielen Monaten der Diskussion, an der sich auch die Bürger mit eigenen Vorschlägen einbringen konnten, liegt jetzt ein Entwurf vor, über den in diesen Wochen zunächst in den Bezirksvertretungen beraten werden soll. Der Nahverkehrsplan hat bereits einen längeren Vorlauf hinter sich. Die Stadtverwaltung hatte gemeinsam mit einem Dortmunder Planungsbüro eine ausführliche Bestandsanalyse des öffentlichen Nahverkehrs in Gelsenkirchen durchgeführt. Zudem konnten sich Bürgerinnen und Bürger im April 2017 im Rahmen von zwei Informationsveranstaltungen über den ÖPNV in Gelsenkirchen erkundigen und Vorschläge und Wünsche formulieren. Über 400 Einsendungen mit insgesamt 629 Anregungen haben die Verwaltung erreicht. Aus der Analyse der Stärken und Schwächen sowie aus den Anregungen der Bevölkerung wurden 32 sogenannte „Prüfaufträge“ formuliert, die in den kommenden Wochen den Bezirksvertretungen und den zuständigen Ausschüssen zur Diskussion gestellt werden.

Am vergangenen Montag ließ sich die SPD-Ratsfraktion von Tobias Zobel vom Referat Verkehr über den Entwurf informieren, der einige dieser Prüfaufträge vorstellte. Dazu gehören unter anderem neue Buslinien, die bisher nicht erschlossene Wohngebiete an den ÖPNV anbinden sollen. Im Norden ist beispielsweise eine Erschließung der östlichen Wohngebiete in Buer sowie der Sportanlage Löchterheide über eine Ringfahrt der Linie 243 über den Nord- und Ostring geplant; angedacht sind auch verlängerte Betriebszeiten an Samstagen für die Siedlung „Im Eichkamp“.

Aus Sicht der Grünen bildet der Entwurf eine „erste solide Diskussionsgrundlage“, wie Mirco Kranefeld, verkehrspolitischer Sprecher der Ratsfraktion sagt: „Dennoch sehen wir bei mehreren Maßnahmen und Projekten Nachhol- und Handlungsbedarf.“

Exemplarisch nennt der grüne Verkehrspolitiker mehrere Straßenbahnprojekte: So fordern die Grünen einen Ringschluss der Linie 301 von Horst zur Innenstadt und eine Verlängerung der Linie 302 mindestens bis zum Bahnhof Buer-Nord. Darüber hinaus hat die Partei die Westfälische Hochschule im Blick. „Es ist dringend notwendig, dass die Hochschule über eine der beiden Straßenbahnlinien, 301 beziehungsweise 302, besser an das Gesamtnetz angeschlossen wird“, so Kranefeld.

Laut Nahverkehrsplan soll eine neue Linie 304 eingerichtet werden, die vom Hauptbahnhof über Schalke, Buer und Beckhausen am Bahnhof Buer-Süd endet. „Wir Grünen fordern eine Weiterführung dieser 304 mindestens bis zur Buerer Straße nach Horst, um eine bessere Vernetzung mit der U11 nach Essen zu gewährleisten“, sagt Kranefeld weiter.

Foto: Spernol

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