Neue Tafel erinnert an Rudolf Bertram

Eine neue Gedenktafel soll an Dr. Rudolf Bertram erinnern, den ehemaligen Chefarzt des Horster Krankenhauses.

Mit Mut und Scharfsinn und unterstützt von Ordensschwestern gelang es Dr. Rudolf Bertram 1944, siebzehn ungarische Jüdinnen, die als Zwangsarbeiterinnen bei der damaligen Gelsenberg Benzin AG eingesetzt waren und bei einem Luftangriff auf das Werk schwer verletzt wurden, vor dem sicheren Tod zu retten. Bertram (1893 bis 1975), der als Chirurg bis 1965 in den katholischen Krankenhäusern in Horst und Rotthausen praktizierte, riskierte mit seinem beispielhaften Einsatz sein Leben, um das Leben der Jüdinnen zu retten.

Durch den selbstlosen Einsatz von Dr. Bertram und vielen weiteren Beschäftigten der Krankenhäuser erlebten diese Frauen und Mädchen ihre Befreiung im April 1945 im Horster St. Josef-Hospital und im Rotthauser Marienhospital – heute Standort der Seniorenwohnanlage Haus Marien. Für diesen Akt der Menschlichkeit wurde Dr. Rudolf Bertram im Jahre 1980 posthum von der Israelischen Gedenkstätte Yad Vashem die Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“ zuteil.

Eine Gedenktafel, die an das mutige Wirken von Dr. Bertram erinnern soll, wird am 28. Mai um 12 Uhr an der Seniorenwohnanlage Haus Marien (Ecke Haydnstraße/Mozartstraße) im Rahmen einer Feierstunde enthüllt.
Ermöglicht wird dieses Andenken durch die St. Augustinus Gelsenkirchen Stiftung. „Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag dafür, dass zukünftig am Standort des ehemaligen Rotthauser Krankenhauses nicht nur des Lebens und Wirkens von Dr. Bertram und seiner mutigen Helferinnen und Helfer gedacht werden kann, sondern auch der Menschen, die in der dunkelsten Zeit deutscher Geschichte aus ihrem Glauben heraus Zeichen der Menschlichkeit setzten und Opfer der Verbrechen des Nationalsozialismus wurden“, so Uwe Becker, Sprecher der St. Augustinus GmbH.

Foto: St. Augustinus

« Vorherige Seite

Kommentare

Um Kommentare zu schreiben, bitte einloggen oder bei www.buer-total.de anmelden.