Polizei legt Verkehrslagebericht vor

Die Polizei hat jetzt den Verkehrslagebericht für das Jahr 2018 vorgelegt. Die Zahl der Unfälle ist gestiegen – die häufigste Unfallursache ist nach wie vor noch die gleiche.

"Wir lassen mit unseren Kontrollen nicht nach. Allein den warnenden Finger zu heben, reicht nicht aus“: Diese Worte schickte Gelsenkirchens Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer dem Verkehrslagebericht voraus, den die Polizei am Mittwoch vorlegte. Allzu erfreut dürfte die Präsidentin nicht gewesen sein: Im Jahr 2018 gab es 42 Verkehrsunfälle mit verletzten Personen mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Schwerverletzten nach einem Unfall ist im Vergleich zum Vorjahr von 126 auf 135 angestiegen.

Die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt liegt mit 9722 etwa auf dem Niveau der beiden Vorjahre (2017 waren es 9739). Bei 963 Unfällen kamen Menschen zu Schaden: 827 Personen wurden leicht, 135 Personen schwer verletzt, bei einem Unfall kam eine Frau ums Leben. Dieser tödliche Unfall ereignete sich Anfang Januar 2018 auf der Hagenstraße: Eine PKW-Fahrerin, die von der Hagenstraße in die Rottmannsiepe einbiegen wollte, übersah eine 72-jährige Frau, die gerade einen Fußgängerüberweg überqueren wollte, und fuhr sie an. Die Fußgängerin verstarb in Folge dieses Unfalls.

Häufigster Grund für einen Unfall sei nach wie zur zu hohe Geschwindigkeit, teilte die Polizei mit. Die Gründe für diese erhöhten Zahlen sind vielschichtig. „Daneben fallen beispielsweise bei Kontrollen immer wieder Fahrzeugführer auf, die sich unter dem Einfluss berauschender Mittel hinters Steuer setzen“, erläuterte Anne Heselhaus-Schröer. „Das Risiko, sich selbst und vor allem andere zu gefährden, wird nach dem Konsum von Alkohol und Betäubungsmitteln dabei wissentlich in Kauf genommen.“

Ebenfalls stellt die Polizei immer noch fest, dass Eltern ihre Kinder nicht ordnungsgemäß anschnallen. „Statistisch gesehen werden jede Woche zwei Kinder bei Verkehrsunfällen in unserer Stadt verletzt. Das sind zwei Kinder zu viel“, so die Polizeipräsidentin.

Insgesamt stieg die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Kindern unter 15 Jahren um 3 auf 104. Als Fußgänger verunglückten 38 (2017: 35) Kinder. Die Zahl der verunglückten Rad fahrenden Kinder blieb unverändert bei 21. 33 der 59 aktiv verunglückten Kinder haben den Unfall selbst verursacht. Als Mitfahrer (passiv) verunglückten 45 Kinder.

Die Polizei nennt in ihrer Statistik auch Unfallschwerpunkte. Im Norden der Stadt passieren die meisten Unfälle an der Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße/Emil-Zimmermann-Allee: 60 Mal kam es dort im vergangenen Jahr zu einem Unfall mit Sachschaden, vier Mal wurden auch Menschen verletzt. Im Süden ist die Kreuzung Overwegstraße/Florastraße der statistisch gesehen gefährlichste Ort: 42 Mal krachte es dort, dabei kamen drei Menschen zu Schaden.

Um die Unfallzahlen in Zukunft zu senken, arbeitet die Polizei auch präventiv: Anne Heselhaus-Schröer wies auf die frühkindliche Verkehrserziehung „Puppenbühne“ genauso hin wie auf die Radfahrausbildung in den Jugendverkehrsschulen, die landesweite Unfallpräventionskampagne „Crash-Kurs NRW“, die „Rollatoren-Tage“ für die Seniorinnen und Senioren oder die einzelnen Gespräche der Beamtinnen und Beamten bei ihren täglichen Streifenfahrten. „Gemeinsam mit unseren zahlreichen Ordnungspartnern sind wir tagtäglich mit wichtigen Tipps zum sicheren und richtigen Verhalten im Straßenverkehr in allen Altersgruppen unterwegs“, so die Polizeipräsidentin. „Unser aller Ziel ist es, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, Unfälle möglichst zu vermeiden.“

Foto: Uwe Schlick / Pixelio.de

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