Polizei präsentiert Kriminalstatistik

Von Matthias Heselmann

Die Polizei legt ihre Kriminalstatistik vor. 2018 gab es so wenige Fälle wie zuletzt im Jahr 2000, doch einige Bereiche bereiten Sorgen.

Die Zahlen, die die Vertreter der Gelsenkirchener Polizei am Mittwoch vorlegten, waren erfreulich – aber sie seien noch kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen, fasste Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer zusammen. Insgesamt weist die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2018 die niedrigste Gesamtkriminalität seit 19 Jahren auf. Doch es gebe immer noch viel zu tun, sagte die Polizeipräsidentin.

„Neben den großen Themenfeldern Clan-, Banden- und Cyberkriminalität beschäftigen uns nach wie vor die Delikte Taschendiebstahl und gefährliche Körperverletzung“, zählt Anne Heselhaus-Schröer einige Schwerpunkte auf, die sie sich für das kommende Jahr gesetzt habe. Sie lobte die Ordnungspartnerschaft mit der Stadt Gelsenkirchen – sie sei unter anderem ein gutes Instrument dafür, das subjektive Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung zu stärken.
Insgesamt verzeichnet die Polizei in ihrer Kriminalstatistik für das Jahr 2018 22.234 Fälle – im Vorjahr waren es noch 23.387 Fälle, das ergibt einen Rückgang um 5 Prozent. Gestiegen ist dagegen die Aufklärungsquote: Sie liegt bei 53,77 Prozent (2017: 51,33 Prozent), das sei ebenfalls der beste Wert seit dem Jahr 2000, erläuterte die Polizeipräsidentin.

Froh ist man bei der Polizei vor allem über die deutlich gesunkene Zahl der Wohnungseinbrüche: Die Zahl sank um 38 Prozent auf 457 Fälle. Jörg Ziegler, der neue Leiter der Direktion Kriminalität (siehe Infokasten) führte das auf die gute Präventionsarbeit der Polizei zurück. Mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen weisen Beamte immer wieder darauf hin, welche technischen Möglichkeiten es gibt, sich vor Einbrüchen zu schützen – diese Arbeit trage jetzt Früchte, so Ziegler.

Ebenfalls zurückgegangen seien die Zahlen in zwei Bereichen, die das Sicherheitsempfinden der Bürger extrem beeinflussen: Gewalt- und Straßenkriminalität. 2018 gab es 5815 Fälle von Straßenkriminalität (2017: 6254 Fälle). Bei der Gewaltkriminalität sanken die Zahlen von 944 (2017) auf 900. Die Polizei arbeite daran, diese Zahlen weiter zu senken, versprach Anne Heselhaus-Schröer: „Wo das Gefühl von Sicherheit nicht da oder bedroht ist, schreiten wir ein, nachhaltig und konsequent.“

Sorge bereitet den Verantwortlichen die immer weiter ansteigende Zahl von Fällen, in denen Polizeibeamte angegriffen würden. 2018 lag sie bei 170 – die höchste Zahl seit 2009. „Vor allem bei jungen Männern scheint die Einsicht zu schwinden, dass das Gewaltmonopol beim Staat liegt“, kommentierte Jörg Ziegler. Das sei aber auch ein gesamtgesellschaftliches Problem und habe mit Respekt und Erziehung zu tun. Die Polizeipräsidentin kündigte an, in solchen Fällen konsequent auf die Bestrafung der Täter zu drängen: „Das bin ich den Kollegen schuldig.“

Nach wie vor gilt: Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist im Süden der Stadt höher als im Norden: 59,31 Prozent aller Fälle verzeichnete die Polizei südlich des Kanals, 40,69 Prozent passierten in Buer und Horst.

Foto: Heselmann

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