Polizei setzt auf optische Präsenz

Von Matthias Heselmann

Am Donnerstag empfängt Schalke 04 Ajax Amsterdam im Viertelfinal-Rückspiel der Europa League. Für die Fans ein Fußballfest – für die Polizei eine große Herausforderung.

Das liegt zum einen an dem zweifelhaften Ruf, den die Amsterdamer Fanszene in Europa genießt – die Polizei rechnet damit, dass unter den niederländischen Zuschauern eine beträchtliche Anzahl an sogenannten „Problemfans“ ist. Zum anderen hat der Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund in der vergangenen Woche dafür gesorgt, dass die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verschärft werden. So werden beide Mannschaftsbusse bei der An- und Abreise von Bereitschaftspolizisten begleitet, zusätzlich werden die Wege, die die Busse nehmen, vorher gründlich untersucht. Konkrete Hinweise auf einen Anschlag liegen der Polizei nicht vor – „das ist eine rein präventive Maßnahme“, betonte ein Polizeisprecher.

Doch schon vor dem Anschlag von Dortmund war der Gelsenkirchener Polizei klar, dass die Auslosung ihnen ein Risikospiel beschert hatte. Aus Polizeikreisen war zu erfahren, dass zum Spiel heute mehr Polizisten eingesetzt werden als bei einem Derby gegen den BVB. Dabei will die Polizei auch auf optische Präsenz setzen: Arena-Besucher sollten sich also nicht wundern, Beamte mit Maschinenpistolen vor dem Stadion zu sehen. Auch soll verhindert werden, dass Fans Pyrotechnik mit ins Stadion schmuggeln: „Wenn ein sogenannter ,Polenböller‘ gezündet wird, ist er nur schwer von einem kleinen Sprengsatz zu unterscheiden“, so ein Polizeisprecher. „In der aktuellen Situation ist das keine gute Idee.“

Bei der Polizei befürchtet man Zusammenstöße zwischen Amsterdam- und Schalke-Fans. Zusätzliche Brisanz birgt eine Fanfreundschaft zwischen Schalke und dem niederländischen Verein Twente Enschede – es ist damit zu rechnen, dass Twente-Anhänger ebenfalls zum Spiel nach Gelsenkirchen kommen.

Auch im Stadtgebiet will die Polizei daher Präsenz zeigen – bereits seit Mittwoch sind die ersten niederländischen Fans in der Stadt, traditionell stimmen sie sich mit ihrer Mannschaft beim Abschlusstraining am Tag zuvor auf das Spiel ein. Am Donnerstag ist die Polizei wie beim Spiel der Schalker gegen Saloniki wieder mit einem Infostand auf dem Buerschen Marktplatz vertreten, dort sind dann auch niederländischsprachige Beamte. Unter Tel. 365-8888 bietet die Polizei außerdem ein „Bürgertelefon“ an, über Twitter soll den ganzen Tag über informiert werden.
Vor diesem Hintergrund bittet die Polizei auch darum, für den Weg zum Stadion etwas mehr Zeit als sonst einzuplanen, da die Kontrollen verschärft werden. Daher öffnet die Arena auch schon um 18.30 Uhr ihre Tore.

Foto: Uwe Schlick/Pixelio.de

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