„Rechtsextreme sind nicht willkommen“

Von Boris Spernol

Es soll ein gesellschaftlich breites Bündnis demokratischer Kräfte sein: „Menschenrechte statt rechter Hetze. Gelsenkirchen stellt sich quer“ – unter diesem Leitspruch ruft das „Aktionsbündnisses 16.09“ für Sonntag zu einer Kundgebung gegen eine Demonstration von als rechtsextrem eingestuften Gruppen in der Altstadt auf. Zahlreiche Einrichtungen und Gruppierung unterstützen den Aufruf.

Der Evangelische Kirchenkreis bittet nicht nur alle evangelischen Christen in Gelsenkirchen, bei dieser Kundgebung dabei zu sein. Um 12.40 Uhr läuten deshalb auch die Glocken der Evangelischen Altstadtkirche am Heinrich-König-Platz. Sie laden ein zu einem Friedensgebet um 12.45 Uhr in der Kirche, das Pfarrerin Kirsten Sowa und Superintendent Heiner Montanus gemeinsam halten werden.

„Als Evangelische Kirche in Gelsenkirchen wollen wir ein friedliches Miteinander aller Religionen und Nationalitäten“, sagt Montanus. „Deswegen bitten wir Gott um seinen guten Geist für alle, die unsere Stadt lebens- und liebenswert machen.“ Das Glockengeläut zum Abschluss des Friedensgebets bildet den Auftakt für die Kundgebung auf dem Heinrich-König-Platz.

Auch Stadt und Stadtverwaltung unterstützen den Aufruf zur Gegenkundgebung. „Rechtsextreme Gruppierungen und Aufmärsche sind bei uns in Gelsenkirchen nicht willkommen – auch dann nicht, wenn sie unter vermeintlich harmlosen Slogans auftreten“, erklärte Oberbürgermeister Frank Baranowski. Eine Versammlung, bei der es um rechte Hetze und Rassismus gehe und bei der letztlich nur Konflikte geschürt werden sollen, könne nicht unwidersprochen bleiben. „Es wäre ein starkes und gutes Statement für unsere Stadt“, so der OB, „wenn am Sonntag in der Gelsenkirchener City die Zahl der überzeugten und engagierten Demokratinnen und Demokraten deutlich größer wäre als die der rechtsextremen Demonstranten.“ Denn in Gelsenkirchen gelte eindeutig: „Wir sind mehr.“ Als städtische Vertreterin wird Bürgermeisterin Martina Rudowitz sprechen. In bewusster Erwiderung des Aufrufs der als rechtsextrem geltenden Gruppierung „Mütter gegen Gewalt“ werden auf dem Heinrich-König-Platz ausschließlich Frauen das Wort ergreifen.

Bei der Polizei waren bis Freitag insgesamt zwölf Veranstaltungen für den Sonntag mit unterschiedlichen Teilnehmerzahlen bei der Polizei angemeldet worden. Die Anmeldungen dieser Versammlungen für die Zeit von 12 bis 18 Uhr seien unter Auflagen bestätigt worden, sagte ein Polizeisprecher. Derzeit geht die Polizei von rund 2000 Teilnehmern aus, die sich während der Veranstaltungszeit vornehmlich auf dem Heinrich-König-Platz, dem Bahnhofsvorplatz und auf verschiedenen anderen Straßen in der Altstadt aufhalten und bewegen werden. Die Versammlungen werden „mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften begleitet“, wie es hieß.

Die Polizei wies darauf hin, dass sie den Auftrag habe, das Grundrecht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit aller Versammlungsteilnehmer zu schützen. „Rechtsbrüche, Unfriedlichkeiten, Gewalttätigkeiten oder rassistische, diskriminierende und volksverhetzende Aussagen werden in Zusammenhang mit den Versammlungen nicht geduldet. Sie werden konsequent unterbunden und strafrechtlich verfolgt“, erklärte der Sprecher.

Foto: NBM

« Vorherige Seite

Kommentare

Um Kommentare zu schreiben, bitte einloggen oder bei www.buer-total.de anmelden.