Schalke baut an seiner Zukunft

Von Matthias Heselmann

Wenn ein Unternehmen in der Stadt ein Bauvorhaben mit einem Volumen von 70 Millionen Euro anstößt, dann ist das für den Oberbürgermeister Grund genug, einmal vorbeizuschauen.

Erst recht, wenn das Unternehmen „FC Schalke 04“ heißt. Am Montag hatte der Club zur feierlichen Unterzeichnung einer Kreditvereinbarung in Höhe von 56 Millionen Euro geladen. Weitere 14 Millionen steuert der Verein selbst bei: Die 70 Millionen Euro sichern die Finanzierung der Bauphase II des Bauvorhabens Berger Feld. Dort entsteht das neue Schalker Vereinsgelände. 2021 soll es fertig sein.

Früher hatte Schalkes legendärer Ex-Manager Rudi Assauer bei Verhandlungen mit Vertretern der Stadt Gelsenkirchen gerne einmal damit gedroht, der Verein könne Gelsenkirchen auch den Rücken drehen. Mittlerweile, das gestand Finanzvorstand Peter Peters (Foto: links) ein, sei das nicht mehr so ohne Weiteres möglich. Dazu sind die Schalker viel zu sehr in der Stadt verwurzelt – nicht nur emotional, sondern vor allem auch baulich.

Schon jetzt rollen auf dem Vereinsgelände die Bagger, in den kommenden Jahren wird dort im wahrsten Sinne des Wortes kaum ein Stein auf dem anderen bleiben. Entstehen soll unter anderem das „Tor auf Schalke“, das zukünftig einen vergrößerten Fan-Shop, eine Erlebnis-Gastronomie sowie das Service-Center beherbergt. Hinzu kommen Trainings- und Nebengebäude, darunter ein Gebäude mit Geschäftsstelle, Profi- und Nachwuchsleistungszentrum, das Parkstadion als Heimat für die U-Mannschaften des Vereins sowie zwei weitere Parkhäuser.

Den Kredit in Höhe von 56 Millionen Euro nimmt Schalke bei einem Bankenkonsortium unter Federführung der Sparkasse Gelsenkirchen auf. Auch die Volksbank Ruhr-Mitte ist beteiligt: „Sparkasse und Volksbank – das ist ja fast so wie ... das möchte ich nicht sagen“, spielte Schalke-Boss Clemens Tönnies (Foto: Mitte) augenzwinkernd auf die Rivalität zu einem anderen Revier-Verein an. „Diese erfolgreiche Kooperation zeigt, wie leistungsfähig regionale Banken sein können“, lobte Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Bernhard Lukas (Foto: rechts).

Er sei schon bei vielen Grundsteinlegungen und Spatenstichen gewesen, sagte OB Frank Baranowski – aber das sei das erste Mal, dass er zu einer Kreditunterzeichnung geladen wurde. Baranowski zeigte sich erfreut darüber, dass sich das Berger Feld mehr denn je „zu einem Zukunftsstandort“ entwickele. Ihren Teil habe die Stadt Gelsenkirchen ja sowieso schon beigetragen: „Wir haben an unserem Rathaus extra einen Balkon eingeplant“, schmunzelte er – einer zukünftigen Meisterfeier steht also nichts mehr im Wege. Doch selbst die könnte theoretisch auf dem neuen Vereinsgelände stattfinden: „Der Balkon, den wir für die Geschäftsstelle geplant haben, ist größer als der am Rathaus“, konterte Architekt Ansgar Schulz, der das Gelände geplant hat.

Foto: Heselmann

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