Schuldenfrei in Schalker Hand

Rudi Assauer war bekanntlich ein Mensch mit viel Fantasie. Als die Arena auf Schalke geplant wurde, war für den langjährigen Schalke-Manager klar, dass man den Bau nicht nur für Fußballspiele und Konzerte nutzen konnte – sondern noch für viel, viel mehr. „Warum keine Reitturniere?“, war eines von Assauers Lieblingsbeispielen, wenn mal wieder die Rede auf das Thema kam.

Der 1. Juli 2019 ist ein wichtiger Tag in der Geschichte der Arena: 18 Jahre nach ihrer Eröffnung ist Schalkes Spielstätte abbezahlt, heute wird die letzte Rate für den Bau überwiesen. Mit insgesamt 191 Millionen Euro Baukosten hat der Klub die bisher größte Investition seiner Geschichte gestemmt. Alle Bankverbindlichkeiten wurde damit seit Eröffnung der Arena im Jahr 2001 planmäßig zurückgeführt, der Kredit von 123 Millionen Euro getilgt.

Rechtlich gehört das Stadion damit endgültig dem FC Schalke 04. Wirtschaftlich hält der Verein 80,27 Prozent an der Stadion-Betreiber Gesellschaft. Die Stadt Gelsenkirchen hat immer noch eine stille Beteiligung in Höhe von zehn Millionen Euro, außerdem halten die Stadtwerke Gelsenkirchen einen großen Anteil.

Wir nehmen den Stichtag zum Anlass, um noch einmal auf die Geschichte der Arena auf Schalke – die inzwischen Veltins-Arena heißt – zu blicken.

Die Idee zu einem Multifunktionsstadion hatte schon Schalkes „Sonnenkönig“ Günter Eichberg im Jahr 1988 – doch es sollte weitere zehn Jahre dauern, bis es soweit war. Am 21. November 1998 erfolgte die Pfahlgründung, gut zweieinhalb Jahre später, am 13. und 14. August 2001, wurde die Arena eröffnet. „Dieses Stadion ist wegweisend für andere Städte, nicht nur für Deutschland“, schwärmte FIFA-Präsident Sepp Blatter, der damals zu den Ehrengästen gehörte.

Was man mit so einer Arena außer Fußball noch so alles anfangen kann, bewies Schalke dann im Verlauf der Jahre. Die Liste der „Events“, wie es so schön heißt, ist lang: Die Arena hat Opern gesehen, Eishockeyspiele, Biathlon, Boxkämpfe, Dartturniere, Autorennen. Zahlreiche Künstler von Weltrang gaben sich hier die Klinke in die Hand: Bruce Springsteen, Metallica, Herbert Grönemeyer, Bon Jovi, U2 – sie alle haben schon Konzerte in der Arena gespielt.

Und das sind nur die großen Veranstaltungen. An fast jedem Tag in der Woche finden unzählige „kleine“ Termine statt: Firmentreffen, Seminare, und bekanntlich kann man in der Arena auf Schalke auch den Bund fürs Leben schließen.
Apropos Arena auf Schalke: Diesen Namen trug sie von 2001 bis 2005, seit dem Verkauf der Namensrechte an einen sauerländischen Bierkonzern heißt sie Veltins-Arena. Ein Name, mit dem das Gros der Schalker Fans durchaus leben kann, vor allem, wenn man ihn mit der Bezeichnung anderer Stadien in Deutschland vergleicht.

Schalkes Finanzvorstand Peter Peters rechnet damit, dass die Arena gut und gerne noch 40 bis 50 Jahre ihren Zweck erfüllt. Anders als beim Parkstadion, das nicht einmal 30 Jahre Spielstätte des Vereins war, wurde die Arena von Anfang an ständig modernisiert und auf dem technisch neuesten Stand gehalten – es können also noch viele weitere Veranstaltungen in der Arena steigen. Und vielleicht ja auch irgendwann einmal eine Schalker Meisterfeier.

Ausgerechnet ein Reitturnier hat übrigens in der Arena noch nie stattgefunden. Zumindest bis jetzt.

Foto: NBM

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