St. Josef-Hospital: Rettung im Verbund

Von Boris Spernol

Die St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH stellt ihre Umbaupläne für das St. Josef-Hospital vor. Das Allgemeinkrankenhaus wird ab dem nächsten Jahr ein „Zentrum für Altersmedizin“.

Die wirtschaftliche Krise der Katholischen Kliniken Emscher-Lippe hat in den vergangenen Jahren für viele negative Schlagzeilen gesorgt. Erst mit dem Einstieg der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH, die im Frühjahr 94,9 Prozent der Firmenanteile übernommen hat, scheint in dem Unternehmen Ruhe eingekehrt.

Und damit ist auch der langfristige Fortbestand des Horster St.-Josef-Hospitals gesichert. Es soll zu einem Fachkrankenhaus, einem „Zentrum für Altersmedizin“ entwickelt werden. Ein Schließung des Hauses, wie sie die bisherigen KKEL-Geschäftsführer geplant hatten, sei „nicht das Konzept gewesen, das wir für die richtige Entscheidung für die Region gehalten haben“, sagte Augustinus-Geschäfsführerin Susanne Minten, die zusammen mit Geriatrie-Chefarzt Andreas Reingräber jetzt die Umbaupläne in der Glashalle von Schloss Horst erläuterte.

In der bisherigen Form sei das Krankenhaus nicht zu retten gewesen, sagte Minten. So wies sie auf den allgemeinen Strukturwandel in der deutschen Krankenhauslandschaft hin. „Grundversorger mit 200, 250 Betten sind nicht überlebensfähig“, sagte sie. Die angestrebte Spezialisierung bedeutet für St. Josef, dass dort keine Operationen mehr ausgeführt werden. Notfälle werden nur für eine Erstversorgung aufgenommen und dann an andere Häuser im Unternehmens-Verbund weitergeleitet. Unabhängig von den Plänen des neuen Krankenhausträgers verbleiben im Haus die niedergelassen Radiologie- und Strahlentherapie-Praxen, die Mieter in Horst sind.

Auch gebe es Überlegungen, am Standort zumindest noch Indikationssprechstunden anzubieten und damit „von hieraus Wege zu bahnen“ in andere Häuser des Verbundes. „Wir haben viele Ideen und wissen, dass wir im Verbund stark sind“, sagte Minten.

Nach dem Wechsel der inneren und chirurgischen Abteilung an das St. Barbara-Hospital in Gladbeck verbleibt nur noch die Geriatrie in Horst. „Bestandsgebäudeteile werden saniert, der Krankenhausflügel, der mit dem Wohnheim verbunden ist, wird niedergerissen und durch ein neues Bettenhaus ersetzt“, erklärte Minten. Insgesamt wird St. Augustinus jeweils gut 13 Millionen Euro in die Häuser in Horst und Gladbeck investieren, noch einmal insgesamt 26 Millionen Euro sollen aus öffentlichen Fördermitteln kommen. Die hatte die KKEL zwar bereits vor der Übernahme durch Augustinus nur für das Krankenhaus in Gladbeck beantragt. Der Haken dabei: Die KKEL hätte gar nicht mehr die erforderlichen Eigenmittel aufbringen können. Der bestehende Förderantrag habe gerade noch im letzten Moment geändert werden können, so Minten.

Reingräber betonte, er freue sich auf den Umbau. „Viele Bereiche sind nicht mehr auf dem Stand des 21. Jahrhunderts.“ Nach Abschluss der Arbeiten werden die Geriatrie und Psychiatrie des Elisabeth-Krankenhauses von Erle nach Horst ziehen und dann das „neue“ St. Josef-Hospital komplettieren. In Erle wird es dann kein Krankenhaus mehr geben. Hier laufen bereits Planungen für die Nachnutzung des Geländes an der Cranger Straße.

Foto: Spernol

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