Treffpunkt und Nachbarschaftshilfe

Die Pfarrei St. Joseph eröffnet ein neues sozialpastorales Zentrum als „Stadtteilladen“. Es wird vom Bistum Essen als Zukunftsprojekt finanziell gefördert und soll Modellcharakter haben.

Treffpunkt, Kontakt und vielfältige Hilfe – mit dem „Stadtteilladen“ eröffnet das katholische Bistum Essen zusammen mit der Pfarrei St. Joseph am kommenden Freitag an der Bismarckstraße 181 ein neues sozialpastorales Zentrum. In dem Ladenlokal im Herzen Bismarcks werden die Sozialpädagogin Katharina Müller und der Pastoralreferent Hans-Georg Knickmann-Kursch künftig für ansprechbar sein – um bei alltäglichen Fragen und Problemen im Stadtteil zu helfen, über die Angebote und Projekte verschiedenster Partner in der Umgebung zur informieren „oder einfach nur ,ein offenes Ohr‘ zu haben“, beschreibt Müller ihre Arbeit.

Gemeinsam mit Knickmann-Kursch wird sie aber auch im Stadtteil unterwegs sein und vor Ort Kontakt zu den Nachbarinnen und Nachbarn in Bismarck suchen. „Dabei geht es nicht um fertige Problemlösungen“, betont Knickmann-Kursch. „Wir wollen gemeinsam mit den Menschen nach Ideen suchen, um ihre Lebenslagen zu verbessern, und sie dabei unterstützen, diese Ideen auch umzusetzen.“

In Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen wird es zudem in der zweiten Februar-Hälfte eine aktivierende Befragung der Menschen in Bismarck geben: Mehrere Teams werden an rund 1000 Haushalten rund um den Stadtteilladen anklingeln und die Menschen um ihre Einschätzung bitten. „Die Ergebnisse dieser Befragung werden wir dann bei einer öffentlichen Bewohnerinnen- und Bewohnerversammlung am 14. März vorstellen“, kündigt Müller an. „Die Ergebnisse der Befragung werden dann auch die weitere Arbeit des Stadtteilladens bestimmen.“

So neu wie der „Stadtteilladen“ ist, so traditionell ist gerade im Ruhrbistum die Idee, die Nächstenliebe, die das Christentum auszeichnet, möglichst vor Ort in der Gemeinde, im Stadtteil, im Quartier umzusetzen. So gibt es sozialpastorale Zentren zum Beispiel in Duisburg („Petershof“ in Marxloh, St. Peter in Hochfeld) oder in Bochum („Brunnenprojekt“ in der Hustadt).

Wie dort wird es auch in Bismarck eine enge Anbindung an die katholischen Strukturen vor Ort geben: „Schon jetzt engagieren sich Gemeindemitglieder aus der Pfarrei St. Joseph ehrenamtlich im Team des Stadtteilladens“, berichtet Knickmann-Kursch. Für Pfarrer Ingo Mattauch ist wichtig, zu betonen, dass die sozialpastorale Arbeit der Katholischen Kirche, sich an alle Menschen wende. Außerdem gehe es nicht nur um materielle Bedürftigkeit: „Auch soziale Verarmung und Vereinsamung kann ein Thema sein.“ Die Ergebnisse des Projekts, das vom Bistum bis Ende 2020 finanziert wird und danach aus dem Pfarrei-Haushalt gestemmt werden muss, sollen auf andere Standorte übertragen werden.

In Bismarck sollen auch Gruppen und Gemeinschaften aus der benachbarten St. Franziskus-Gemeinde und der gesamten Pfarrei im Stadtteilladen einen neuen Treffpunkt finden. Und das nicht erst dann, wenn – wie derzeit geplant – die Kirche und die Gemeinderäume von St. Franziskus etwa ab 2020 aufgegeben werden müssen. Denn das Bistum hat einen strengen Sparkurs verordnet.

Foto: Nicole Cronauge/Bistum Essen

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