Veränderter Zeitplan

Von Boris Spernol

Horst. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das betont Berthold Hiegemann, der Pfarrgemeinderatsvorsitzende in St. Hippolytus dieser Tage immer wieder, denn er möchte nicht, „dass falsche Hoffnungen geweckt werden“.

Am vorigen Wochenende hat die Pfarrei, die bereits im September 2015 ihr Konzept für den Pfarreientwicklungsprozess beschlossen hatte, bekannt gegeben, dass die geplante Schließung zweier Kirchen sich bis 2018 verzögert. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Die Pfarrei beabsichtigt, dann die Kirchen St. Laurentius in Horst-Süd und St. Marien in Essen-Karnap sowie das Gemeindezentrum in Beckhausen aus finanziellen Gründen aufzugeben. Zuvor wird allerdings noch das St.-Hippolytus-Gemeinde- zum Pfarrzentrum umgebaut. „Wir können in den zwei Kirchen also noch alle Hochfeste des Jahres feiern. Zurück genommen werden die Beschlüsse aber nicht, auch wenn teilweise noch unklar ist, wie die Zukunft der Gebäude aussieht“, sagte Hiegemann im Gespräch mit dem Neuen Ruhr-Wort.

Zunächst starten am 3. Juli die Bauarbeiten im Pfarr- und Gemeindezentrum St. Hippolytus. Der Saal soll so vergrößert und akustisch aufgewertet werden, dass er für Chorproben und andere Veranstaltungen genutzt werden kann. Außerdem soll ein weiterer Versammlungsraum für kleinere Gruppen geschaffen werden; die Jugendräume erhalten einen separaten Zugang. Das Haus soll mit einem Gesamtvolumen von 300 000 Euro in Abschnitten umgebaut werden, damit es, wenn auch mit Einschränkungen, durchgängig nutzbar ist.

Nach der Fertigstellung in Hippolytus wird im Januar 2018 das marode Gemeindezentrum von Liebfrauen geschlossen und abgerissen. Hier ist eine behindertengerechte Seniorenwohnanlage im Gespräch, in die auch ein sogenanntes Gemeindegasthaus integriert werden soll, dass für Gottesdienste und Gemeindeaktivitäten genutzt werden kann. „Es liegen erste Voranfragen zur Umsetzung des Bauprojekts vor“, so Hiegemann. Einen konkreten Terminplan gebe es noch nicht.

Schwieriger scheint die Situation in Horst-Süd: Die Verantwortung soll an den Trägerverein des Altenheims Haus Marienfried übertragen werden, der in dem seit 1992 denkmalgeschützten Gotteshaus 31 Seniorenwohnungen einrichten möchte. „Es liegt schon eine Machbarkeitsstudie vor, aber die Genehmigungen und Auflagen der Denkmalbehörde stehen noch aus“, so Hiegemann.

Davon aber hänge ab, ob der Umbau auch wirtschaftlich tragbar wäre. „Wenn es sich finanziell nicht darstellen lässt, müssen wir von dem Vorhaben Abstand nehmen“, sagt Pfarrer Wolfgang Pingel, der auch Vorsitzender des Trägervereins von Marienfried ist. Für die Pfarrei wäre die Übernahme die Ideallösung, so blieben Fassade und Turm erhalten. Hiegemann: „Unabhängig davon wird die Kirche St. Laurentius auf jeden Fall außer Dienst gestellt. Das ist zurzeit für Januar 2018 geplant.“

Die St.-Marien-Kirche solle nun „spätestens im Juni 2018“ außer Dienst gestellt werden. „Vor der möglichen Übertragung des dortigen Gemeindezentrums an den Förderverein zum 1. Januar 2019 müssen noch finanzielle und rechtliche Aspekte geklärt werden“, so Hiegemann. Der Kirchenvorstand berate, ob sich die Pfarrei an der Finanzierung beteiligen und das Eigentumsrecht wahren könne. Die Kirche St. Clemens Maria Hofbauer in Sutum soll 2019 vom dortigen Förderverein übernommen werden, der bereits das Gemeindeheim betreibt. Die Kirche soll solange genutzt werden, wie keine großen Instandsetzungen notwendig sind.

- Foto: NBM

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