Vermittlerin in Sachen Pflege

Von Matthias Heselmann

„Seit über 40 Jahren bin ich in der Pflege tätig – für mich ist das eine Herzensangelegenheit“, sagt Ingrid Wüllscheidt. Sie ist die neue Ombudsfrau der Stadt Gelsenkirchen. Ihre Aufgabe: Bei Streitigkeiten im Bereich Pflege zu vermitteln.

Genau gesagt geht es um Konflikte, die Gelsenkirchener Betreuungseinrichtungen betreffen. Dazu zählen etwa die Alten- und Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder Wohngemeinschaften mit Betreuungsleistungen. Natürlich haben Menschen, die in diesen Einrichtungen leben, die Möglichkeit, sich bei der Heimaufsicht zu beschweren. „Davor scheuen aber viele zurück“, weiß Ingrid Wüllscheidt. In solchen Fällen soll sie als Vermittlerin vorgeschaltet werden, um zwischen den Parteien unbürokratisch zu vermitteln.

Seit 2014 eröffnet das Wohn-und Teilhabegesetz Kreisen und Kreisfreien Städten solche ehrenamtlichen Personen zu bestellen. Auch die Stadt Gelsenkirchen hat davon Gebrauch gemacht und Ingrid Wüllscheidt zur Ombudsperson bestellt.

„Das können alle möglichen Anlässe sein“, sagt Ingrid Wüllscheidt. Etwa, wenn das Zimmer im Pflegeheim nach Meinung der Bewohner nicht oft genug geputzt würde, oder wenn die Weckzeiten den eigenen Schlaf- und Aufstehgewohnheiten entsprächen. „Viele dieser Dinge lassen sich in der Regel schnell und einfach klären“, sagt Ingrid Wüllscheidt.

Die 60-Jährige, die für die Grünen im Gelsenkirchener Stadtrat sitzt, kann aus einem reichen Erfahrungsschatz in Sachen Pflege schöpfen. Als ausgebildete Kinderkrankenschwester arbeitete sie später unter anderem als Ausbilderin für Pflegekräfte, inzwischen ist sie als freiberufliche Dozentin in Sachen Pflege tätig. Darüber hinaus ist sie auch ehrenamtlich tätig, beispielsweise in der Alzheimer Gesellschaft Gelsenkirchen.

Sozialdezernent Luidger Wolterhoff ist überzeugt, mit Ingrid Wüllscheidt die richtige Wahl getroffen zu haben. „Wir profitieren natürlich von ihrer Berufserfahrung, aber auch von ihrem ehrenamtlichen Engagement“, so Wolterhoff. Der Sozialdezernent wies noch einmal darauf hin, dass sich bei der Ombudsfrau nicht nur die Bewohner der Einrichtungen melden können, sondern auch die Einrichtungsleitungen – etwa, wenn sie Probleme mit einer Bewohnerin oder einem Bewohner hätten. „Nutzer von Pflegeeinrichtungen sind gleichberechtigte Vertragspartner und haben dieselben Rechte“, so Wolterhoff.

Ingrid Wüllscheidt ist zu erreichen unter Tel. (0163) 3 16 90 09. Bei der Stadt ist auch ein Flyer zum dem Thema erhältlich, mehr Infos auch unter www.gelsenkirchen.de.

Foto: Heselmann

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