Zukunft der Mobilität

Oberbürgermeister Frank Baranowski hatte am Donnerstag eine Vielzahl von Akteuren eingeladen, um einen gesamtstädtischen Dialog über die Zukunft der Mobilität in Gelsenkirchen anzustoßen.

Ziel des Treffens war es, Ideen und Vorschläge zu sammeln, um kurzfristig die Emissionsgrenzwerte im Stadtgebiet Gelsenkirchen einhalten zu können, Fahrverbote für Dieselfahrzeuge im Stadtgebiet zu vermeiden und langfristig Grundlagen für ein nachhaltiges Mobilitätskonzept zu entwickeln. Gleichzeitig schlägt die Verwaltung der Politik vor, den Auftrag für ein Mobilitätskonzept zu vergeben.

Auf der Bundesebene wird unter anderem ein Fördertopf in der Größenordnung von einer Milliarde Euro zur Verfügung stehen; hierzu müssen in den Städten Vorstellungen entwickelt und Konzepte erarbeitet werden. Nach dem Dieselgipfel in Berlin scheint es jedoch noch völlig unklar, wie die zugesagten Fördermittel verteilt werden und wie sie eingesetzt werden können. Daher beabsichtigt die Stadt Gelsenkirchen, sich unabhängig von künftigen Förderungen zu machen und intensiv über zukünftige Formen nachhaltiger und umweltverträglicher Mobilität nachzudenken. Die Stadt wird die Ergebnisse und Vorschläge aus der Diskussion in die Gespräche mit der Bundesregierung einbringen.

„Mit der Umsetzung des Luftreinhalteplans und des Sechs-Punkte-Plans für die Kurt-Schumacher-Straße hat die Stadt Gelsenkirchen das getan, was möglich war“, sagt Oberbürgermeister Frank Baranowski. „Leider wurden diese Maßnahmen durch die von der Autoindustrie eingesetzte Schummelsoftware unterlaufen.“ Sollte es jetzt Fahrverbote geben, liege der schwarze Peter dafür nicht bei den Kommunen. „Wir brauchen jetzt konkrete Vereinbarungen und Zusagen der Bundesregierung. Am Ende darf es keine finanziellen Belastungen der Kommunen geben, um die Fehler der Autoindustrie auszubügeln“, sagte Baranowski.

Als erste kurzfristig umsetzbare Konsequenz aus dem Gespräch am Donnerstag ist eine Taktverdichtung der Linie 302 zwischen dem Park- und-Ride-Platz an der Arena und dem Hauptbahnhof Gelsenkirchen geplant. Hier können etwa aus dem Norden und von der Autobahn 2 kommende Pendler ihr Fahrzeug abstellen und komfortabel mit der Bahn in die Innenstadt fahren.

Mittelfristig arbeiten Verkehrsplaner und Experten aus dem Bereich Digitalisierung daran, Verkehrslenkungssysteme und individuelles sowie autonomes Fahren miteinander zu vernetzen. So sollen Verkehrssysteme frühzeitig erkennen, ob es zu hohen Belastungen kommt, um dann entsprechend zu reagieren. Die Ergebnisse der Gespräche werden dokumentiert und in künftigen Treffen weiterentwickelt.

Langfristig, so lautete ein Vorschlag aus der Runde, müsse Mobilität in den Städten völlig neu entwickelt werden. Denkbar sind hier Systeme, die unter dem Motto „Nutzen statt besitzen“ einen Personentransport auf Abruf digital buchbar und abrechenbar zur Verfügung stellen.

Foto: Stadt GE/Gerd Kämper

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